Jahrhundert des Photons
Digitalfotografie, Scanner an der Ladenkasse, Musik von der CD, optische Biochips für neue Medikamente oder Laser für die Materialbearbeitung gehören heute selbstverständlich zum Alltag unserer Gesellschaft. Damit ist das Potenzial der Optischen Technologien aber noch nicht erschöpft: Kühne Visionen wie tapezierbare Fernseher aus organischen Leuchtdioden oder Computer, die Daten nur mittels Licht verarbeiten, beflügeln die Entwickler in den Forschungslaboren.
Während das Elektron im Zentrum der IKT-Revolution des 20. Jahrhunderts stand, kann das 21. Jahrhundert zum „Jahrhundert des Photons“ werden. Deutschland hat auf diesem Feld eine hervorragende Ausgangsbasis.
Die modernen Optischen Technologien basieren auf der Erkenntnis, dass Licht in seinen verschiedenen Erscheinungsformen zu den bedeutendsten universellen Werkzeugen für die Zukunft gehört.
Schlüsseltechnologie
Die Optischen Technologien sind national und international als Schlüsseltechnologien für viele wichtige Bereiche unverzichtbar. Dazu gehören Informations- und Kommunikationstechnologie, Biomedizin und Mikrosystemtechnik.
Optische Technologien sind jedoch auch eine eigenständige und traditionsreiche Branche, die wichtige Investitions- und Konsumgüter liefert. Dadurch unterscheiden sich die Optischen Technologien ganz wesentlich von anderen Schlüsseltechnologien.
Förderung durch die EU
Es wird erwartet, dass Optische Technologien im 7. Rahmenprogramm der EU-Forschungsförderung eine wichtige Rolle spielen werden, nicht zuletzt aufgrund gemeinsamer internationaler Initiativen. In diesem Zusammenhang wird die regionale Exzellenzclusterbildung mit internationaler Ausstrahlung und europaweiter Kooperation wichtig.
Bedeutung für die Wirtschaft
Die Optischen Technologien sind ein wichtiger Hebel für viele Branchen – von der Elektronik über den Maschinenbau bis zur Medizin. Die Verknüpfung der traditionsreichen Optik mit neuen Konzepten, neuartigen Optik-Komponenten, Materialien und interdisziplinären Anwendungen hat zu einer erheblichen Entwicklungsdynamik geführt.
Von den Forschungslaboren fließen die neuen Erkenntnisse direkt in die Anwendung, bescheren den beteiligten Unternehmen überdurchschnittliche Wachstumsraten und geben bedeutende Anstöße für andere Zukunftstechnologien wie die Informations- und Kommunikationstechnologie und die Medizintechnik. Neben wenigen großen Unternehmen prägen vor allem kleine und mittelständische Unternehmen diesen Industriebereich.
Bedeutung für den Arbeitsmarkt
In der Beleuchtungsindustrie, bei Herstellern von Lasern sowie von optischen Komponenten und Systemen sind in Deutschland etwa 110.000 Menschen beschäftigt. Allein die rund 1.000 mittelständischen Unternehmen in den Optischen Technologien mit ihren 36.000 Arbeitsplätzen erwarten einen Zuwachs der Beschäftigten von über 40 Prozent bis zum Jahr 2010. Deutschlands Anteil am Weltmarkt liegt bei Hochleistungslasern für die Materialbearbeitung mit 2,5 Mrd. EUR bei 40 Prozent.
Förderung durch die Bundesregierung
Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, den für die Optischen Technologien prognostizierten Beschäftigungszuwachs zu realisieren. Sie strebt an, neue technologische Möglichkeiten rasch zu nutzen und wo möglich auch verloren gegangene Massenproduktion wieder nach Deutschland zu holen.
Bedeutung in der Region
In der Region Berlin-Brandenburg besteht eine besondere Mischung aus wissenschaftlichen Einrichtungen sowie kleinen und mittleren Unternehmen. Insgesamt bieten die Optischen Technologien und die Mikrosystemtechnik ca. 13.300 Arbeitsplätze in der Hauptstadtregion. Die knapp 400 Unternehmen der Branche erwirtschafteten im Jahr 2008 einen Umsatz von 2,1 Mrd. Euro.
Regionale Leuchtturmprojekte
Der Masterplan für die Optischen Technologien sieht die Förderung von Leuchtturmprojekten von nationaler und internationaler Ausstrahlung vor, die Zukunftsimpulse für die Region erwarten lassen. Dazu gehören beispielsweise die vom Zukunftsfonds geförderten Vorhaben Terabit Optics und Berlin Access, die eine deutlich schnellere und qualitativ hochwertigere Datenübertragung ermöglichen als konventionelle Techniken.
Neben diesen Leuchtturmprojekten, die Optische Technologien vor allem für die Informations- und Kommunikationstechnologien nutzen, sind weitere Handlungsfelder:
- UV- und Röntgentechnologien
- Lasertechnik
- Biomedizinische Optik
- OT für Verkehr und Raumfahrt
- Licht- und Beleuchtungstechnik
- Augenoptik und Optikfertigung
Regionale Bündelung
Durch eine regionale Bündelung der Potentiale von Industrie und Forschung soll die Konkurrenzfähigkeit der Region – ihrer Wirtschaft, ihrer Wissenschaft und ihrer Arbeitskräfte im globalen Wettbewerb gestärkt und die Nachhaltigkeit von Neugründungen und Industrieansiedlungen gesichert werden.
Um eine effiziente Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu gewährleisten, strebt die TSB die Bündelung der Aktivitäten und ein gemeinsames Wirken von Optec Berlin-Brandenburg e. V. (OpTecBB), Laserverbund Berlin-Brandenburg e. V. und dem Zentrum für Mikrosystemtechnik ZEMI an. Damit wird dieser Bereich über Know-how verfügen, das auf der in Deutschland einzigartigen Forschungs- und Technologielandschaft aufbaut und den Masterplan erfolgreich untersetzt.
Regionale Netzwerke ergänzen sich und stärken die Branche
Kompetenzfeldmanager für OT ist der OpTecBB. Die TSB als Initiator und Koordinator des Quadriga-Prozesses unterstützt die Arbeit des OpTecBB bereits seit Jahren, indem sie wichtige Projekte fördert, als Mitveranstalter für die Kongressmessen LASER OPTICS BERLIN und microsys Berlin auftritt und beim OpTecBB aktiv mitarbeitet.
Innerhalb der TSB Innovationsagentur ist die TSB ADLERSHOF für das Technologiefeld Optische Technologien und Mikrosystemtechnik verantwortlich.




